Die beiden gängigsten Optionen für die Außenbeschattung sind das Pergola-System und das Bioklimatik-System. Im Türkischen wird das Pergola-System umgangssprachlich manchmal "pergole" geschrieben, korrekt ist jedoch das aus dem Italienischen stammende Wort "pergola". In diesem Ratgeber werden Aluminium-Pergola-Systeme und Bioklimatik-Systeme hinsichtlich Haltbarkeit, Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen und Kosten verglichen.
Ein Pergola-System besteht aus einer Stoffbespannung, die über ein tragendes Aluminiumgerüst gespannt wird. Die Version, bei der diese Stoffbespannung mithilfe eines Motors auf einer Schiene geöffnet und geschlossen wird, nennt man Pergola-Markise. Da der tragende Korpus des Systems aus Aluminium besteht, ist es recht widerstandsfähig, da die obere Abdeckung jedoch aus Stoff besteht, bietet es ein anderes Haltbarkeitsprofil als ein Bioklimatik-System. Aluminium-Pergola-Systeme werden dank ihrer niedrigen Kosten und einfachen Montage häufig für Gärten, Terrassen und Cafés gewählt.
Das Dach eines Bioklimatik-Systems besteht aus beweglichen Aluminiumlamellen. Durch Ändern des Lamellenwinkels lassen sich Sonneneinstrahlung, Luftzirkulation und Schutz vor Regen über ein einziges System steuern. Der wesentliche Unterschied zum Pergola-System besteht darin, dass die obere Abdeckung nicht aus Stoff, sondern aus beweglichen Aluminiumpaneelen besteht.
Der empfindlichste Punkt des Pergola-Systems ist der als obere Abdeckung verwendete Stoff. Besonders bei Pergola-Systemen, die im Erdgeschoss von Gebäuden installiert sind, können von oberen Stockwerken geworfene Zigarettenkippen und spitze Gegenstände den Stoff durchlöchern. Auch wenn der durchlöcherte Stoff geschweißt und geflickt wird, löst sich dieser Flicken nach einiger Zeit wieder ab, und das Problem tritt erneut auf. Bei einem Bioklimatik-System besteht ein solches Durchlöcherungsrisiko nicht, da die obere Abdeckung aus Aluminium besteht, und Aluminiumlamellen sind gegenüber einem herabfallenden spitzen Gegenstand weitaus widerstandsfähiger als Stoff. Deshalb ist das Bioklimatik-System bei Erdgeschossanwendungen mit Risiko herabfallender Gegenstände aus oberen Stockwerken die sicherere Wahl.
Bei der Schneelast wird der Unterschied zwischen den beiden Systemen noch deutlicher. Bei Bioklimatik-Systemen werden Aluminiumlamellen üblicherweise so hergestellt, dass sie eine Schneelast zwischen 200 und 350 kg/m² tragen können. Dadurch wird das Dach auch dann nicht beschädigt, wenn die Lamellen bei Schneefall geschlossen bleiben. Beim Pergola-System ist die Situation anders. Da die Stoffbespannung nicht dafür ausgelegt ist, Schneelast zu tragen, muss der Stoff in Zeiten mit erwartetem starkem Schneefall offen und eingefahren gehalten werden. Bleibt der Stoff ausgefahren, kann sich darauf ansammelnder Schnee zum Einsturz des Systems oder zum Reißen des Stoffs führen.
Auch der Wind ist ein wichtiger Faktor, der Ihre Systemwahl beeinflussen sollte. Soll ein Pergola-System in einer windigen Region installiert werden, müssen entweder alle Seiten geschlossen werden, oder der Stoff muss sofort bei einer Windwarnung eingefahren werden. Wird das System mit offener Umgebung oder mit 3 geschlossenen und 1 offenen Seite genutzt, verhält sich der Stoff im System wie ein Segel: Er beginnt im Wind zunächst sich aufzublähen und reißt anschließend aus den Schienen, wodurch er sich vom System löst.
In Bezug auf die Anfangsinvestition ist das Pergola-System deutlich wirtschaftlicher als das Bioklimatik-System. Der Quadratmeterpreis eines Standard-Motorpergola-Systems liegt bei etwa einem Drittel des Preises eines Bioklimatik-Systems. Die eigentliche Ursache dieses Unterschieds ist nicht die Komplexität des Systems, sondern die verwendete Aluminiummenge. Während ein Pergola-System durchschnittlich 6-9 Kilogramm Aluminium pro Quadratmeter verwendet, kann dieser Wert bei einem Bioklimatik-System auf 32-43 Kilogramm ansteigen. Die genaue Menge variiert je nach Projektgröße, Spannweite und statischen Anforderungen. Liegt Ihre Priorität beim Budget, besteht in Ihrem Bereich kein Risiko durch herabfallende Zigarettenkippen oder spitze Gegenstände, und befindet sich der Standort nicht in einer Region mit starkem Schneefall und Wind, ist das Pergola-System eine ausreichende und wirtschaftliche Lösung.
Für Gärten, Terrassen oder Gebäudefassaden in gemäßigtem Klima ohne Risiko herabfallender Gegenstände aus oberen Stockwerken ist das Pergola-System eine budgetfreundliche und ausreichende Wahl. In Erdgeschossbereichen mit Risiko herabfallender Zigarettenkippen oder spitzer Gegenstände aus oberen Stockwerken ist das Bioklimatik-System sicherer. In Regionen mit starkem Schneefall ist das Bioklimatik-System zudem praktischer, da es kein ständiges Einfahren des Stoffs erfordert. Beide Systeme bieten bei den richtigen Voraussetzungen viele Jahre lang störungsfreien Betrieb. Die Wahl sollte anhand von Standort, Klima und Budget des jeweiligen Bereichs getroffen werden.