RATGEBER

Veranda oder
Glasdach?

Zwei der wichtigsten Wege, einen Außenbereich das ganze Jahr über nutzbar zu machen, sind die Installation eines festen Veranda-Systems oder die Wahl eines beweglichen, motorisierten Glasdachsystems. Beide sind Lösungen, die häufig bei Wintergarten-, Terrassen-, Restaurant- und Villenprojekten anzutreffen sind. Ihre Funktionsweise, Kostenstruktur und Wartungsanforderungen unterscheiden sich jedoch erheblich. In diesem Ratgeber werden beide Systeme hinsichtlich technischer Merkmale, Sicherheit, Dämmleistung, Kosten und Wartungsaufwand verglichen.

Was ist ein Veranda-System

Eine Veranda ist eine feste Struktur, die sich außerhalb des Hauses befindet, aber wie ein Innenraum genutzt wird. Sie besteht aus einem Aluminiumgerüst, einem festen Glasdach oben und einer verglasten Fassade an den Seiten. Auf dem Markt gibt es drei Haupttypen: die klassische Veranda, die neigungslose Veranda und das Veranda-System mit thermischer Trennung. Allen drei Systemen ist gemeinsam, dass das Dach nicht beweglich ist, also nicht geöffnet oder geschlossen werden kann. Da kein bewegliches Mechanismus vorhanden ist, kann das System weitgehend wartungsfrei betrieben werden.

Was ist ein motorisiertes Glasdachsystem (bewegliches Glasdach)

Ein motorisiertes Glasdachsystem ist eine bewegliche Struktur, die durch die Montage von 3 oder mehr Glaspaneelen auf einer Schiene entsteht. Auf dem Markt trägt dieses System verschiedene Namen wie automatische Glasdachsysteme, bewegliches Glasdach, bewegliche Glasdachsysteme, öffnende Glasdachsysteme oder öffnende und schließende Glasdachsysteme, aber sie alle funktionieren nach demselben Grundprinzip. Werden die Paneele mithilfe eines Motors zurückgefahren, öffnet sich der Raum zum Himmel; bei Regen, Schnee oder Wind schließen sie sich wieder und bieten vollen Schutz. Die Steuerung per Fernbedienung, Wandschalter oder Smart-Home-App ist der praktischste Aspekt dieses Systems. Bei Modellen mit Regen- und Windsensoren können sich die Paneele sogar automatisch schließen, während der Nutzer nicht zu Hause ist.

Sicherheitsvergleich

Bei beiden Systemen hängt die Sicherheit vom verwendeten Glaspaket ab. Die in der Branche am häufigsten bevorzugte Kombination ist ein Isolierglasaufbau mit einer Gesamtdicke von 24 mm: eine 6 mm dicke Einscheiben-Sicherheitsglas-Außenscheibe, ein 10 mm breiter, argongefüllter Luftzwischenraum und eine 8 mm dicke Innenscheibe aus 4+4 mm laminiertem Sicherheitsglas. Bei korrekter Montage ist diese Kombination für beide Systeme sicher. Das eigentliche Risiko entsteht, wenn billiges, einfach verglastes dünnes Glas verwendet wird. Dass das Glas beim motorisierten Glasdach an einem beweglichen Mechanismus befestigt ist, stellt keinen wesentlichen Sicherheitsunterschied dar, solange hochwertige Schienen, Motoren und Zubehör verwendet werden. Bei einem Veranda-System ist das Glas fest, weshalb es außer den Dichtungen kaum Teile gibt, die kontrolliert werden müssen.

Dämmung und Sonnenschutz

Die Dämmleistung hängt bei beiden Systemen direkt von der Dicke des Glaspakets ab. Je dicker das Glaspaket, desto besser die Dämmung, und diese Regel gilt gleichermaßen für motorisierte Glasdächer wie für Verandas. Bei Veranda-Systemen mit thermisch getrenntem Aluminiumprofil liegt die Reduzierung der Heiz- und Kühlkosten bei mindestens 60 Prozent. Bei motorisierten Glasdachsystemen kann aufgrund der beweglichen Teile im Profil nicht immer die gleiche thermische Trennung umgesetzt werden. Deshalb weisen motorisierte Glasdachsysteme im Vergleich zu festen Systemen einen kleinen Dämmnachteil auf. In Regionen mit starker Sonneneinstrahlung ist die Wahl von Low-E-beschichtetem Glas bei beiden Systemen fast unerlässlich. Die Funktion dieser Glasart besteht darin, die Sonnenstrahlung zu reflektieren statt sie hereinzulassen, wodurch der "Lupeneffekt" verringert wird. Beide Systeme können bei Bedarf mit zusätzlichem Sonnenschutzzubehör wie einem motorisierten Zip-Screen ergänzt werden.

Kostenvergleich

Bei der anfänglichen Investition ist ein Veranda-System deutlich wirtschaftlicher als ein motorisiertes Glasdach. Als allgemeine Regel gilt, dass die Quadratmeterkosten eines motorisierten Glasdachsystems etwa 4-mal höher liegen als die eines festen Veranda-Systems. Der Großteil dieses Unterschieds entsteht nicht durch das Glas, sondern durch Automatisierungskomponenten wie Aluminiumprofil, Motor, Schiene, Fernbedienung, Sensoren und spezielle Verpackung. Dieser Unterschied ist zugleich der Preis für die zusätzliche Funktionalität des motorisierten Systems, nämlich die Möglichkeit, den Raum innerhalb von Sekunden vollständig in einen offenen Bereich zu verwandeln. Auf dem Markt gibt es auch günstige motorisierte Glasdachoptionen, diese sind jedoch zugleich die riskantesten Systeme: Solche mit dünnem, einfach verglastem Glas bergen im Falle eines Bruchs ein erhebliches Verletzungsrisiko. Ist das Budget begrenzt und wird der Raum nur in bestimmten Monaten genutzt, ist ein klassisches Veranda-System in der Regel der sinnvollere Ausgangspunkt.

Wartungskosten

Der größte Unterschied zwischen den beiden Systemen zeigt sich weniger bei der anfänglichen Investition als vielmehr bei der jährlichen Wartungslast. Da bei einem Veranda-System keine beweglichen Teile vorhanden sind, ist der Wartungsbedarf gering. Eine jährliche Sichtprüfung der EPDM-Dichtungen rund um das Glas reicht in der Regel aus. Da diese Dichtungen an keinem beweglichen Mechanismus befestigt sind, sind sie keiner ständigen mechanischen Belastung ausgesetzt, wodurch sie im Vergleich zu einem motorisierten Glasdach länger halten. Bei einem motorisierten Glasdachsystem verhält es sich umgekehrt. Schiene und Mechanismus müssen regelmäßig gereinigt und geschmiert werden. Noch entscheidender sind die Dichtungen: Bei einem System, das ständig geöffnet und geschlossen wird, müssen die EPDM-Dichtungen nicht einmal im Jahr, sondern in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Durch Sonneneinstrahlung und ständigen mechanischen Druck können die Dichtungen verhärten oder Risse bekommen. Verschleißen diese Dichtungen oder lösen sie sich, kann Wasser an den Ecken der Glaspaneele oder an den Übergängen zwischen Schiene und Rinne eindringen. Für den Austausch einer Dichtung müssen die Glaspaneele demontiert werden, es handelt sich also nicht um eine einfache Reparatur, sondern um einen aufwendigen Vorgang, der einer teilweisen Neumontage des Systems gleichkommt. Dadurch erfordert das motorisierte Glasdachsystem deutlich mehr Aufmerksamkeit als ein Veranda-System.

Welches System sollte gewählt werden

Für Nutzer, die den Raum überwiegend geschlossen nutzen möchten und niedrige Wartungskosten wünschen, ist ein Veranda-System die sinnvollere Wahl. Für Nutzer, die den Raum häufig vollständig in einen offenen Bereich verwandeln möchten, über ein größeres Budget verfügen und das System regelmäßig warten, ist ein motorisiertes Glasdachsystem die richtige Investition. Ein motorisiertes System wirkt optisch weitaus beeindruckender und lässt Ihren Raum deutlich stilvoller und wertvoller erscheinen. Bei ordnungsgemäßer Wartung ist ein motorisiertes Glasdachsystem eine Lösung, die jahrelang problemlos funktioniert und die Nutzung des Raums vollständig verändert. Wenn Budget und Wartungsdisziplin es zulassen, sollte ein motorisiertes Glasdachsystem bevorzugt werden. Andernfalls ist ein Veranda-System die praktischere Wahl.

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