RATGEBER

Veranda-
Systeme.

Wenn Sie einen Außenbereich mit einem Glasdach schließen möchten, stehen Ihnen drei verschiedene Veranda-Systeme zur Verfügung: die klassische Veranda (Standard-Festglasdach), die neigungslose Veranda und die Veranda mit thermischer Trennung. Alle drei erfüllen eine ähnliche Funktion, unterscheiden sich aber deutlich in Aufbau, Kosten und Nutzung. In diesem Ratgeber stellen wir jedes System einzeln vor und vergleichen die Unterschiede hinsichtlich Preis, Gewicht, Montagefreundlichkeit und Beleuchtung.

Was ist ein Glasdachsystem

Alle Glasdachsysteme funktionieren nach demselben Grundprinzip. Die Gläser werden in Aluminium-Glasträgerprofile eingesetzt. Anschließend werden die Abdeckungen der Träger montiert. EPDM-Dichtungen sorgen für die Isolierung, eine an der Unterkante des Glases in der Schiene, eine an der Oberkante des Glases in der Abdeckung. Die Abdeckungen werden auf den Träger geschraubt, wobei das Glas zwischen beiden eingeklemmt wird.

Wasser, das auf das System fällt, wird dank eines Gefälles abgeleitet. Bei Standard- und Systemen mit thermischer Trennung fließt das Wasser zu einer vorne liegenden Rinne. Bei neigungslosen Systemen fließt es in Rinnen an allen vier Seiten des Systems. Wasser, das durch die Abflusslöcher in der Rinne eintritt, gelangt durch die Pfosten zum Boden oder zu einer Wasserleitung.

Das ideale Gefälle bei Standard- und Systemen mit thermischer Trennung liegt zwischen 4 und 10 Grad. Beim neigungslosen System verhält es sich anders. Der Rahmen wirkt von außen flach, als gäbe es gar kein Gefälle. Im Inneren des Rahmens sind die Glasträgerprofile jedoch zwischen 4 und 6 Grad geneigt. Das Gefälle verschwindet beim neigungslosen System also nicht, es wird lediglich vor dem Auge verborgen.

Wintergarten, Sunroom oder Conservatory bauen

Die drei in diesem Ratgeber beschriebenen Systeme werden tatsächlich genutzt, um weltweit ein und denselben Raumtyp zu bauen, der nur unterschiedlich genannt wird. Was im Türkischen kış bahçesi (Wintergarten) heißt, wird im Englischen als conservatory oder sunroom bezeichnet, im Deutschen als Wintergarten. Der Name ändert sich von Land zu Land, die Logik der Konstruktion bleibt jedoch gleich: ein Aluminiumrahmen, oben ein festes Glasdach und meist eine verglaste Fassade. Standard-, neigungslose und thermisch getrennte Glasdachsysteme sind genau die Baulösungen, mit denen dieser Raumtyp errichtet wird. Für welchen Namen Sie sich auch entscheiden, die tatsächliche technische Wahl bleibt immer dieselbe: zwischen diesen drei Systemen.

Klassische Veranda (Wintergarten)

Die klassische Veranda besteht aus einem robusten Aluminiumrahmen in Kombination mit 24 mm Glas oder einer 50 mm dicken Sandwichplatte. Diese Kombination schafft einen Wohnraum, der sowohl ästhetisch als auch komfortabel ist. Sie ist das grundlegendste und meistgenutzte Glasdachsystem auf dem Markt.

Neigungslose Veranda

Bei der neigungslosen Veranda verläuft an allen vier Seiten des Dachs ein Rahmen. Dank der in diesen Rahmen integrierten Rinnen leitet das System Regenwasser ab, ohne dass überhaupt ein Gefälle nötig ist. Es ist das bevorzugte System für Nutzer, die einen flachen Look wünschen. Beim Glas wird derselbe Weg wie bei der klassischen Veranda eingeschlagen: 24 mm Glas oder eine 50 mm Sandwichplatte.

Veranda mit thermischer Trennung

Die Veranda mit thermischer Trennung ist eine Glasdachlösung, die auf herausragende Dämmung ausgelegt ist. Die Glasdicke beginnt bei 24 mm und kann mit Zweifach- und Dreifachverglasungsoptionen auf bis zu 54 mm ansteigen. In die Aluminiumprofile, die dieses Glas tragen, ist eine thermische Trennung aus dem Material PA6GF25 integriert.

Beleuchtungsmöglichkeiten

Bei allen drei Systemen sind Beleuchtungsoptionen verfügbar, die Art der Montage und die Optik unterscheiden sich jedoch. Beim Standardsystem werden in die Glasträgerprofile Löcher gestanzt, in die runde LEDs eingesetzt werden. Beim neigungslosen System wird die LED in den Rahmen integriert: Rund um alle vier Seiten des Raums kann ein LED-Streifen oder ein RGB-LED-Streifen montiert werden. Beim System mit thermischer Trennung wird die LED über ein spezielles, an den Glasträgerprofilen montiertes Profil gelöst, wodurch ein LED-Streifen entlang der Schienen angebracht werden kann.

Preisvergleich

Zwischen den drei Veranda-Systemen lässt sich der Preis vom günstigsten zum teuersten wie folgt einordnen: Das Standard-Glasdach ist die günstigste Option, das neigungslose Glasdach liegt im mittleren Bereich, das System mit thermischer Trennung ist das teuerste. Hinter diesem Preisunterschied stehen drei Faktoren: das Gewicht des im System verwendeten Aluminiumprofils, ob es sich um ein Standard- oder ein thermisch getrenntes Profil handelt, sowie die gewählte Glasart.

Gewichtsvergleich

Die Gewichtsreihenfolge folgt nicht derselben Reihenfolge wie der Preis. Das schwerste System ist das neigungslose Glasdach. Es folgt das Glasdach mit thermischer Trennung. Das leichteste System ist das Standard-Glasdach.

Montageaufwand

Am schwierigsten zu montieren ist das Veranda-System mit thermischer Trennung. Es verwendet mehr Profile als die anderen Systeme. Außerdem sind detailliertere Silikonarbeiten und eine Abdichtung auf Polymerbasis erforderlich, wodurch die Montage länger dauert. Die Montage des Standard- und des neigungslosen Systems ist etwa gleich anspruchsvoll und insgesamt unkompliziert.

Welches System passt zu Ihnen

Steht das Budget im Vordergrund, ist das Standard-Veranda-System ein solider Ausgangspunkt. Wenn Sie einen flachen Look und eine gute Wasserableitung wünschen, ist das neigungslose System eine sinnvolle Wahl. Suchen Sie eine ganzjährige Nutzung und überlegene Dämmung, ist das System mit thermischer Trennung die passendere Lösung.

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